Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schneider,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
Im Namen der Landesregierung begrüße ich Sie alle sehr herzlich zum Tag der Medienkompetenz. Am heutigen Vormittag steht der Ausstellungsbereich im Vordergrund. Hier werden ausgesuchte Projekte präsentiert, mit denen in NRW Medienkompetenz entwickelt und vorangetrieben wird. Mit Medien angemessen umgehen zu können – das gehört mittlerweile zum Kanon der Kernanforderungen in Schule, Beruf und privatem Alltag. Deshalb geht Medienkompetenz auch uns alle an. Wenn Sie sich gleich Zeit für die einzelnen Aussteller nehmen, werden Sie sehen: Es ist für jeden etwas dabei – nahezu für alle gesellschaftlichen Gruppen.
Meine Damen und Herren,
Sie wissen, dass uns Medien und damit auch die
Medienkompetenz in NRW sehr am Herzen liegen.
Das beweist der starke Medienstandort NRW, der seit
Jahren an erster Stelle steht, wenn es
Das zeigt aber auch unser Landesmediengesetz, das vor zwei Jahren verabschiedet wurde. Hier haben wir mit der Medienversammlung ein ganz neues Instrument geschaffen, mit dem sich auch die Bürgerinnen und Bürger an der Diskussion über die Entwicklung der Medien beteiligen können. Dem Thema Medienkompetenz haben wir außerdem im Gesetz einen klar definierten Stellenwert eingeräumt. Explizit heißt es da, dass das Gesetz dem Ziel dienen soll, die Medienkompetenz in Nordrhein-Westfalen zu fördern.
Der Erwerb bzw. die Vermittlung von Medienkompetenz kann aber nicht einfach staatlich verordnet, sondern muss vor allem ganz konkret unterstützt werden. Das tun wir u. a. mit folgenden Projekten:
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Innovationen in den Medientechnologien zwingen die Menschen dazu, sich mit einer rasend schnellen Entwicklung auseinander zusetzen. Während meiner ersten Schuljahre hatte das Fernsehen in ganz Deutschland nicht mehr als 100.000 Zuschauer. Damals hätte man mit "Medien im Unterricht" nicht den Computer gemeint, sondern Tafel und Buch – und beide "Medien" blickten damals schon auf eine lange Tradition zurück. Die Medien haben in den darauffolgenden Jahrzehnten und besonders in den 1990´er Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen: Seit das World Wide Web der Allgemeinheit zugänglich gemacht worden ist, sind gerade einmal 12 Jahre vergangen. Im globalen Netz existierten 1992 weniger als 1.000 Websites, und den Internet Explorer gab es noch gar nicht.
Heute nutzen über die Hälfte der Deutschen mindestens zeitweise die Angebote, die über das Internet verbreitet werden. Allein in Deutschland sind 8 Millionen Domains registriert. Ein eindrucksvolles Beispiel für die große Verbreitung der Angebote, bei denen Menschen sich aktiv einbringen können, ist das Projekt Wikipedia. Seit drei Jahren lebt diese Internet-Enzyklopädie ausschließlich von den Beiträgen der Internetnutzerinnen und -nutzer – Wikipedia hat gerade die Grenze von 1 Million Einträgen überschritten. Um aber aus der Datenflut des Netzes das Richtige auszuwählen, müssen wir begreifen, dass nicht alles, was uns zum Beispiel eine Internet-Suchmaschine vorsetzt, automatisch eine hohe Qualität hat. Erst wenn wir in der Lage sind, den Wert einer Information zu bemessen und sie einzuordnen in unseren Wissens- und Erfahrungsschatz, dann sind wir auf einem guten Weg zu mehr Medienkompetenz.
Das gilt im Arbeitsleben ebenso wie in der Freizeit oder in Schule und Ausbildung.
Bereits gestern haben Jugendliche beim Symposium zum Tag der Medienkompetenz ihre Fragen und Einschätzungen zu Themen rund um die Informationsgesellschaft formuliert und mit Abgeordneten diskutiert. Es ist dabei deutlich geworden, wie viel Gestaltungsbedarf und auch Gestaltungsmöglichkeiten es noch gibt. Wir brauchen dazu den Austausch zwischen jenen, die gestalten, und denen, deren Lebenswirklichkeiten davon berührt werden. Ich freue mich deshalb, dass im Landtag NRW zum Tag der Medienkompetenz ganz unterschiedliche Gruppen zu Gast sind:
Ich danke nun allen Beteiligten für ihren Einsatz und wünsche Ihnen, dass die Ausstellung eine große Resonanz erfahren wird – auch bei den politisch Verantwortlichen, von denen ich hier ja auch schon einige Vertreter sehe. Liebe Gäste, nehmen Sie das hier Gezeigte zum Anlass, weiter von- und miteinander zu lernen, wie man den Weg zu mehr Medienkompetenz am klügsten und effizientesten beschreitet. Und: Sorgen Sie alle mit mir gemeinsam dafür, dass NRW nicht nur der deutsche Medienspitzenstandort, sondern auch das Medienkompetenzland Nummer 1 bleibt!
Das alles passiert rund um den Tag der Medienkompetenz: