Interview mit NRW Staatssekretärin für Medien
Prof. Dr. Meckel
Mittwoch, den 10.11.2004, 17:58 Uhr
Wie viele verschiedene Schulformen sind hier vertreten?
Soweit ich weiß alle Schulformen, die wir haben… Hauptschule,
Gesamtschule, Realschule, Gymnasium und Berufsschulen.
Was ist das Ziel der Veranstaltung?
Wir wollen das Thema Medienkompetenz mit denen besprechen und bearbeiten, die
es angeht, nämlich vor allem Schülerinnen und Schüler, aber
auch ältere Leute, die damit oft ein bisschen Probleme haben, weil
sie das Gefühl haben, sie werden von der Technik abgekoppelt und das
muss gar nicht so sein.
Was sind Ihre Erwartungen zu dieser Veranstaltung?
Wir haben das im vergangenen Jahr das erste Mal einfach als Testlauf gemacht,
mit der Hoffnung, dass viele sich engagieren und dass man zeigen kann,
dass es Projekte gibt, durch die das Thema Medienkompetenz nicht abstrakt
bleibt, sondern richtig konkret gemacht wird.
Das hat klasse funktioniert, deshalb haben wir gesagt, wir machen es dieses Jahr wieder und ich hoffe, dass es wieder genauso rauskommt: Dass die, die hier sind und in Arbeitsgruppen gearbeitet haben, das Gefühl haben, es hat etwas gebracht, das hat vielleicht auch einen Aspekt in diesem großen Thema "Medienkompetenz" beleuchtet, der so noch nicht betrachtet worden ist und das haben wir noch einigen Leuten vermitteln können.
Wie sind die Aussteller zusammengekommen?
Wir haben das organisieren lassen durch das Europäische Zentrum für
Medienkompetenz, das ecmc in Marl, das diese Austellungsmöglichkeiten
promotet, und gesagt, hier gibt es die Möglichkeit, sich an diesem Projekt
zu beteiligen und das Interesse ist extrem groß. Mehrere Unternehmen sagen auch, dass es eine schöne Zielgruppe ist, die man hier erreichen kann und will und deshalb beteiligen sie sich auch.
Definieren Sie in kurzer Form den Begriff "Medienkompetenz".
Medienkompetenz heißt für mich, dass ich die Techniken beherrsche,
die Medien mir anbieten und damit Informationen und Inhalte bekomme und diese
Informationen und Inhalte einzuschätzen weiß und sie für
mich nutzbar mache.
Wo sehen Sie an Beispielen akuten Handlungsbedarf in
Schulen um Medienkompetenz zu fördern?
Ich würde mir natürlich schon wünschen, dass wir noch weiter wären mit der Ausstattung von Schulen, wir haben ja durch das Projekt "Schulen ans Netz" mit kräftiger Unterstützung der Telekom zum Beispiel, schon relativ viel geschafft. Wir arbeiten daran, aber das geht nicht ganz so schnell.
Was halten Sie davon, dass durch das Internet Zugriffsmöglichkeiten auf gewaltverherrlichende Datenbanken ermöglicht werden?
Das halt ich für ein Problem, es ist aber kein grundsätzlich neues Problem. Man hat immer mit jedem Medium bestimmte Zugriffsmöglichkeiten, die nicht erlaubt sind oder die nicht wünschenswert sind. Nehmen Sie zum Beispiel Pornografie, die ist immer schon verboten gewesen, trotzdem hat es immer die Möglichkeit gegeben, illegale Videos oder Zeitschriften unter der Theke zu kaufen. Das ist durch Internet noch einfacher geworden und das hat eine noch größere Bandbreite, aber ich glaube, dass man das nie ganz verhindern kann, man muss nur versuchen mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden.
Auf der einen Seite muss es Regulierungen und Verbote geben, dafür sind der Staat und die Politik verantwortlich, es muss auch eine Selbstverantwortung der Unternehmen und Betreiber geben und es muss zum dritten auch eine Verantwortung der Nutzer geben, die so etwas über eine Hotline melden. Wenn alle die drei Ebenen zusammenarbeiten, dann glaube ich, kann man so etwas in den Griff bekommen.
Wie stellen Sie sich das Bildungskonzept vor, das gewährleistet, dass jeder Bürger Zugriffsmöglichkeiten zu den Medien hat und keine Beeinflussung durch Extremisten aus jeglichen Parteien möglich ist?
Man muss es immer vom Ende her denken, dass man Schüler immer da abholt, wofür sie sich interessieren. Man kann wenig erreichen, wenn man eine abstrakte Abhandlung über den Nutzen des Computers macht, sondern man muss einfach bei den Dingen wie die Benutzung des MP3-Players für Musik oder Video-Spiele einen Einstieg finden und den Schülerinnen und Schülern dadurch eine größere Bandbreite bieten.
Sehen Sie keine Gefahr darin, dass die Jugendlichen durch die neu erworbene Medienkompetenz die Sprachkompetenz verlernen und es ihnen noch schwerer fällt an der Gesellschaft zu partizipieren?
Es gibt sicher einige Erscheinungen, die für diese These sprechen, aber es gibt auch einige, die dagegen sprechen. Zum Beispiel die SMS-Sprache, die sich im Vergleich zur alltäglichen Sprache differenziert, durch Abkürzungen und Dialekt. Der Mensch ist nicht so dumm, wie man es ihm immer nachsagt, sondern kann unterscheiden zwischen verschiedenen Dingen, und kann auch andere Texte lesen und schreiben und differenzieren.
(Autoren: Timo und Kati)
Das alles passiert rund um den Tag der Medienkompetenz: