Carina Gödecke und Thomas Eiskirch (beide SPD) interessieren sich für das Fischen, genauer für das "Phishen"; das Abfischen von PIN und TAN-Codes mit Hilfe betrügerischer eMails – häufig getarnt als Abrechnungsformular oder Bankbenachrichtigung. Die sogenannten Phishing-eMails sind eine neue Form des Trickdiebstahls über das Internet und ein Hemmschuh für den Onlinehandel bzw. das Onlinebanking, sie sorgen für Ärger und Verunsicherung bei Endverbrauchern, Kreditinstituten und Händlern und stellen eine neue Herausforderung an unsere Medienkompetenz dar.
Wenn in letzter Zeit in den Medien häufiger von "Bochumer Wissenschaftlern" in Zusammenhang mit betrügerischen Phishing-eMails die Rede war, handelte es sich um die "Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet" (a-i3), die Carina Gödecke und Thomas Eiskirch am 3. März im Rahmen ihrer lokalen Aktion besucht haben. Die "Bochumer Wissenschaftlern" des Horst-Görtz-Instituts der Ruhr-Universität von der "Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet" sind Prof. Dr. Jörg Schwenk, Sebastian Gajek, Prof. Dr. Georg Borges sowie Dennis Werner (und noch einige mehr). Das Interessante hierbei: Während Schwenk und Gajek IT-Sicherheitsspezialisten sind, kommen Borges und Werner aus dem Fachbereich Jura – eine interdisziplinäre Zusammenarbeit quer über den Uni-Campus, fokussiert auf das Thema Datensicherheit, rechtlich und technisch.
Dabei sind es aktuell weniger die Phishing-eMails, die Kopfzerbrechen bereiten, sondern die trickreiche Kombination mit falschen Jobangeboten auf die Jobsuchende – teils aus Unachtsamkeit, teils aus sozialer Not - herein fallen, aber auch weil der Trickbetrug kaum zu durchschauen ist. Prof. Dr. Paar beschreibt das Vorgehen: "Sie melden sich auf ein Jobangebot, werden als 'Finanzagent' angeworben - hier sorgen ein professionell wirkendes Bewerbungsgespräch per Telefon sowie ein Arbeitsvertrag mit Stempel und Unterschrift für trügerische '(Job-) Sicherheit' - und tätigen daraufhin ein Bankgeschäft, wobei 3 bis 10 Prozent der Überweisungssumme an Sie gehen sollen. Bei der Abrechnung wird Ihnen zu viel überwiesen - Geld, welches mit Hilfe erschwindelter PIN/TAN-Codes in die Hände der '(Job-)Betrüger' gekommen ist. Daraufhin erhalten Sie eine Aufforderung zur Rückerstattung, die bar, per Western-Union, erfolgen soll und an einen abgelegenen Finanzplatz der Welt gerichtet wird. Am Ende ist das Geld weg und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Geldwäsche." Zum Service gehört daher nicht nur eine ausführliche Internetdokumentation (www.a-i3.org) sondern auch ein "Sorgentelefon", an das sich Betroffene wenden können.
Das alles passiert rund um den Tag der Medienkompetenz: